Bibliothek und Burg

Stadtspaziergang Station 7

Stadtbibliothek Osterburg
Autor: New Color
© New Color
Stadtbibliothek Osterburg
Bibliothekshof mit Amphitheater
Autor: Ralf Engelkamp
© Ralf Engelkamp
Bibliothekshof mit Amphitheater
Innenansicht Stadtbibliothek
Autor: New Color
© New Color
Innenansicht Stadtbibliothek
Bereich Jugendbibliothek
Autor: Stadtbibliothek Osterburg
© Stadtbibliothek Osterburg
Bereich Jugendbibliothek
Jugendbibliotheksbereich
Autor: Stadtbibliothek Osterburg
© Stadtbibliothek Osterburg
Jugendbibliotheksbereich
Historische Ansicht Stadtschule mit Leiterwagen im Vordergrund
Autor: Historische Postkarte
© Historische Postkarte
Historische Ansicht Stadtschule mit Leiterwagen im Vordergrund
HIstorische Ansicht Hof der Stadtschule, heute Bibliothekshof
Autor: Historische Postkarte
© Historische Postkarte
HIstorische Ansicht Hof der Stadtschule, heute Bibliothekshof

Stadt- und Kreisbibliothek – ehemalige Stadtschule

Das imposante, um 1770 errichtete Gebäude – das sogenannte Kreyenbergsche Haus – wurde vom Osterburger Magistrat 1834 zur Einrichtung einer geräumigeren Volksschule angekauft. Einige Räume dienten dann dem 1936 gegründeten Kreisheimatmuseum als erste Ausstellungsräume. Seit 1980 beherbergt es die Osterburger Stadt- und Kreisbibliothek. Im Herbst 1998 richtete Osterburg federführend unter Regie des damaligen Bibliothekleiters Manfred Güßfeld die 7. Landesliteraturtage aus. Fortan begeht die Stadt jedes Jahr im Herbst ihre OLiTa- die Osterburger Literaturtage.

Die Oster-Burg

Als in den 1990er Jahren im Rahmen einer umfassenden Sanierung auch ein Funktionsgebäude auf dem Bibliothekshof errichtet wurde, stießen Mitarbeiter des Osterburger Museums auf die hölzernen Überreste einer Burganlage, über deren Existenz bis dahin nur aufgrund der Namen der angrenzenden Straßen (Burg- und Bergstraße) sowie der Topographie begründete Vermutungen existiert hatten.

Die daraufhin und bei weiteren Baumaßnahmen eingeleiteten archäologischen Untersuchungen erbrachten den Nachweis einer in der zweiten Hälfte des 10. Jhs. errichteten größeren Burganlage, die nach derzeitigem Forschungsstand bis etwa um 1100 bestand. Sie lässt sich trotz der Dominanz slawischer Keramik mit hoher Wahrscheinlichkeit als eine deutsche Anlage ansprechen, deren Errichtung sich in die Expansion Kaiser Ottos I. in die slawischen Gebiete östlich der Elbe einordnet. Im 10. bis 12. Jh. war Osterburg Mittelpunkt eines Burgwardbezirkes, welcher als Teil der politisch-militärischen Gliederung der damaligen Nordmark der Grenzsicherung gegen die slawischen Gebiete diente. Es ist also recht wahrscheinlich, dass es sich bei dieser Anlage um jene Burg handelt, welcher unsere Stadt ihren Namen verdankt.

Relikte der Burganlage können im Rathaus und im Museum besichtigt werden.

In unmittelbarer Nähe dieser Burg und an der neuen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden „Hauptverkehrsader“ entwickelte sich seit dem Ende des 12. Jahrhunderts die Osterburger „Neustadt“ – die heutige Osterburger Altstadt.

Text: Corrie Leitz (Historikerin). Mit freundlicher Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt
im Rahmen der Osterburger Tourismusprojekte 2015 - 2017.