Stadtmauer

Stadtspaziergang Station 8

Reste der Stadtmauer
Autor: Ralf Engelkamp
© Ralf Engelkamp
Reste der Stadtmauer
Ehemalige Stadtmauer, im Hintergrund Giebel der Wohnhäuser
Autor: Ralf Engelkamp
© Ralf Engelkamp
Ehemalige Stadtmauer, im Hintergrund Giebel der Wohnhäuser
Ehemalige Stadtmauer, im Hintergrund ehemalige Seminarübungsschule, heute C-Gebäude des Gymnasiums
Autor: Ralf Engelkamp
© Ralf Engelkamp
Ehemalige Stadtmauer, im Hintergrund ehemalige Seminarübungsschule, heute C-Gebäude des Gymnasiums

Die sich entwickelnde Osterburger Neustadt erhielt im Laufe des 13. Jahrhunderts eine Stadtbefestigung mit drei Toren, einer aus Feldstein errichteten Stadtmauer und einem mehrfachen Wall-Graben-System. Außerhalb - im Nordwesten der Stadt - ergänzte eine in großen Teilen noch heute erhaltene Landwehr das Sicherungssystem und markierte gleichzeitig den Rechts- und Zollbezirk der mittelalterlichen Stadt. Doch auch der relativ kleinen Handwerker- und Ackerbürgerstadt wurden ihre mittelalterlichen Grenzen bereits im 18. Jahrhundert zu eng. Ihre ehemalige Schutzfunktion hatte die Stadtbefestigung ohnehin schon lange verloren und die Bürger wünschten sich einen leichteren Zugang zu ihren außerhalb der Stadtmauern befindlichen Gärten und Äckern. So begann man zuerst, die Tore abzubrechen, im 19. Jahrhundert wurde dann auch die Stadtmauer nahezu vollständig geschleift, weil man die Feldsteine für Fundamentierungs- und Pflasterarbeiten in der vor allem seit dem Chaussee- und Eisenbahnbau um die Mitte des 19. Jahrhunderts stetig wachsenden Stadt gut gebrauchen konnte. Das war auch andernorts ähnlich, so dass intakte Stadtmauerpartien in unserer Region heute hauptsächlich nur noch in jenen Städten erhalten geblieben sind, wo die Mauer aus Backstein bestand, wie zum Beispiel im benachbarten Seehausen.

Text: Corrie Leitz (Historikerin). Mit freundlicher Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt
im Rahmen der Osterburger Tourismusprojekte 2015 - 2017.