Osterburg-Seehausen: 1. gemeinsames Mittelzentrum in Sachsen-Anhalt

Die Hansestädte Osterburg und Seehausen werden im neuen Landesentwicklungsplan Sachsen-Anhalt 2026 (LEP 2026) als erstes gemeinsames Mittelzentrum des Landes festgelegt. Ein besonderer Schritt, der am Montagnachmittag, 24. August 2026, in Osterburg mit der Unterzeichnung des raumordnerischen Vertrages offiziell besiegelt wurde.

"Damit beschreiten wir einen ganz neuen Weg", sagte die Ministerin für Infrastruktur und Digitales, Dr. Lydia Hüskens, bei der Unterzeichnung. Gemeinsam mit Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz, Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann und Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth setzte sie ihre Unterschrift unter den Vertrag.

Damit wird erstmals wird in Sachsen-Anhalt ein Mittelzentrum gemeinsam von zwei Städten getragen. Nicht nur das, "von guten Nachbarn", brachte es Osterburgs Bürgermeister Nico Schulz auf den Punkt. "Als gemeinsames Mittelzentrum bekommen Osterburg und Seehausen mehr Verantwortung für die Entwicklung der gesamten Region im Norden der Altmark." Beide Städte werden künftig ihre Kräfte noch stärker bündeln, Planungen aufeinander abstimmen und gemeinsam Verantwortung tragen. Ziel ist: "Die Menschen sollen auch künftig auf eine leistungsfähige Daseinsvorsorge und eine gute Infrastruktur zählen können", so Schulz.

Mit dem neuen Status sind auch finanzielle Vorteile verbunden, denn "das heißt höhere Landeszuweisungen für beide Kommunen", erklärte der Osterburger Bürgermeister. Für ihn gehe es aber um mehr: "Es ist ein wichtiger Schritt, die seit vielen Jahren gewachsene und sehr gute Zusammenarbeit zwischen Seehausen und Osterburg weiter zu vertiefen."

Beide Städte hatten sich im Rahmen der Beteiligung zum neuen Landesentwicklungsplan klar für die Ausweisung als gemeinsames Mittelzentrum ausgesprochen. Nach mehreren Abstimmungsrunden in den vergangenen Monaten wurde aus Sicht des Ministeriums deutlich: "Die Kommunen haben eindrucksvoll gezeigt, was möglich ist, wenn zwei Städte gemeinsam Verantwortung für ihre Region übernehmen", betonte Ministerin Hüskens. Sie sieht in dem neuen Mittelzentrum einen wichtigen Schritt für die Zukunft des ländlichen Raums: "Ich bin überzeugt davon, dass das neue Mittelzentrum in Zeiten des demografischen Wandels ein wichtiger Meilenstein ist, mit dem die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum der Altmark gesichert und weiterentwickelt werden kann."

Auch für Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth hat die Entscheidung Signalwirkung: "Es ist ein starkes Zeichen, dass das Potenzial in einem der ländlichsten Räume Sachsen-Anhalts erkannt und entsprechend gefördert wird." Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann begrüßte insbesondere, dass bei der Landesplanung nicht allein die Einwohnerzahl zählt. Die Funktion einer Fläche und ihre Bedeutung für die Menschen müssten und würden damit nun berücksichtigt werden.

Zum Abschluss ihres Besuchs in Osterburg trug sich Ministerin Hüskens in das Ehrenbuch der Hansestadt Osterburg (Altmark) ein. Dabei machte sie deutlich, dass die neue Rolle der Mittelzentren auch bei der weiteren Entwicklung des kommunalen Finanzausgleichs Niederschlag finden: "Wir werden uns dafür einsetzen, dass bei der Weiterentwicklung des kommunalen Finanzausgleichs ab 2027 und in den Folgejahren die besondere Bedeutung und die neuen Aufgaben der Mittelzentren entsprechend den Vorgaben des Landesentwicklungsplans Sachsen-Anhalt 2026 angemessen berücksichtigt werden."