Einwohnerversammlung Flessau | 22.04.2026

150 Gäste in der Turnhalle an der Grundschule

1. Einführung durch den Bürgermeister

Nico Schulz begrüßt und stellt den Ablauf samt Regeln für die Diskussionsrunde vor. Er räumt zunächst das Rederecht für die Einwohnerinnen und Einwohner der Ortschaft Flessau ein; anschließend auch für weitere Interessierte aus der Einheitsgemeinde Osterburg. Wortmeldungen sind mit Namen und Nennung des Wohnortes zu beginnen. Fotos und Videos sind in der öffentlichen Veranstaltung erlaubt.

Er skizziert die Grundlagen über die aktuelle Anzahl der EEG-Anlagen in der Einheitsgemeinde, die jährliche Einnahmesituation und den täglichen Stromüberschuss. Den Bürgerinnen und Bürgern stelle sich  die Frage: Warum dann noch mehr? Als wirtschaftlich schwache Region und Gemeinde mit zu wenig finanziellen Möglichkeiten, um die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen, müssen wir Wege suchen. Denn es besteht auch wenig Hoffnung, dass sich vonseiten der Landes-/Bundesregierung etwas im Bereich der Kommunalfinanzen zum Positiven ändert. Windenergieanlagen bedeuten Pachteinnahmen, Steuereinnahmen und Einnahmen über Sponsoringverträge. In der Einheitsgemeinde Osterburg wurden im vergangenen Jahr 1 Mio. Euro Gewerbesteuern eingenommen; plus Sponsoring, Grundstücksrechte, EEG-Gelder summiert sich das auf 2 Mio. Euro. Damit werden Steuern und Gebühren subventioniert, Vereine unterstützt, die Budgets der Ortschaften erhöht und die Mittagsverpflegung in den Kitas und Grundschulen unterstützt.

Über das Akzeptanzgesetz- und Beteiligungsgesetz Sachsen-Anhalt gehen 60.000 Euro pro WEA an Kommunen. Es sieht auch vor, dass davon 25% an die Ortsteile im Umkreis von 2,5 km ausgezahlt werden. Am Beispiel der mindestens notwendigen 10 WEA für die Umsetzung des Energy-Center-Konzepts macht das 600.000 Euro insgesamt mit 150.000 Euro davon direkt an die Ortschaft Flessau pro Jahr. Den Bürgerinnen und Bürgern stellt sich nun vielleicht an der Stelle sicher die Frage: Schafft das schon ausreichend Akzeptanz? Die persönliche Antwort ist: Erst wenn die Bürgerinnen und Bürger vor Ort eine direkte Entlastung haben. Und das ist das große Problem der Energiewende an sich. Mit den Energiewerken hat die Einheitsgemeinde eine Stellschraube; nämlich den Bürgerstromtarif EnWiO, zu dem der Geschäftsführer Heiko Karg später mehr ausführt. Vorweg: Für die Bürgerinnen und Bürger der Einheitsgemeinde Osterburg würde die Kilowattstunde um 5 Cent günstiger werden; für die Bürgerinnen und Bürger der Ortschaft Flessau um 10 Cent. Darüber hinaus würde das Fernwärmenetz in Flessau weiter ausgebaut werden können und in Wollenrade ganz neu; auch in Osterburg könnte es mit dem Ausbau dadurch schneller vorangehen.    

2. Vorstellung des Projekts Energy Center durch Eurowind 
3. Vorstellung regionale Energieversorgung durch Stadtwerke/Energiewerke

Dazu wurden in der Einwohnerversammlung Power-Point-Präsentationen gezeigt, die Plangebiete, Bausteine des geplanten EneryCenters, Planungsebenen, Verfahren rund um ergebnisoffenen Aufstellungsbeschluss, Bauleitplanverfahren etc. mit Bürgerbeteiligung etc. + Stromtarif und Fernwärmeausbau skizzieren.

> Download Präsentation Eurowind Energy Center (PDF-Dokument 7,6 MB)

4. Fragen und Anregungen durch die Einwohnerinnen und Einwohner

Die offene Diskussionsrunde begann 19.45 Uhr und endete 21:45 Uhr. Auch wenn es sich um eine öffentliche Veranstaltung handelte, werden die Namen hier nicht genannt. 

Storbecker/in: Osterburg produziert jetzt schon das 10-fache über Verbrauch und ist mit 2,3% Fläche für Windkraftanlagen schon im Soll. Gibt es kein Limit nach oben? Eurowind Energy: Es gibt ein vorgeschriebenes Limit nach oben. Eine Kommune kann über die Gemeindeöffnungsklausel auch darüber hinaus investieren.

Flessauer/in: Wenn das Projekt schon seit 2 Jahren bekannt ist, dann ist es die Pflicht des Bürgermeisters, vorab zu informieren. Ich sehe das als Vertrauensbruch. Ich zahle jetzt 10/11 Cent für Gas und bei Fernwärme muss ich dann auch wieder in den Anschluss investieren. Bürgermeister: Meine Gastherme ist 20 Jahre alt und kaputt. Für eine Neue habe ich ein Angebot in Höhe von 10.000 bis 12.000 Euro. Dafür bekomme ich keine Fördermittel, was bei Umrüstung auf Fernwärme anders ist. Die Fernwärme ist ein Angebot, kein Muss. Wenn es persönlich nicht lukrativ ist, dann ist das auch ok. Zum Thema Vertrauensbruch: Die Sitzung des Bauausschusses 2024 war öffentlich; das gesamte Thema. Es wurde anschließend in der Zeitung darüber berichtet. Diese Informationsveranstaltung findet extra vor einem B-Plan-Verfahren statt, noch bevor Mitglieder in Ausschüssen und im Stadtrat dazu beraten. Ich stehe hier für absolute Transparenz und frühes Beteiligen am Prozess.

Anrainer/in: Es wird eine Menge überflüssiger Energie erzeugt. Wir sind umgeben von Windparks. Die Räder stehen oft still. Das Konzept Energy Center ist nachvollziehbar, aber warum noch mehr Windräder? Warum muss noch mehr Energie erzeugt werden? Eurowind Energy: Wir brauchen die Windkraftanlagen um das Konzept Energy Center als Gesamtheit umsetzen zu können. Und zur unzureichenden Einspeisung von erzeugter Energie bzw. Stillstand der Windkraftanlagen: Aktuell geht es um den Bau einer 380 KV Leitung als Lösung des Problems an sich. Und mit dem Energy Center wird Strom verwandelt und genutzt, so dass dies eine Lösung darstellt. Rückfrage: Dann nutzen Sie doch den Strom, der jetzt schon zu viel erzeugt wird. Eurowind Energy: Wir sind nicht Betreiber dieser Windräder und haben keinen Einfluss darauf. Mit dem vorgestellten Projekt versuchen wir, ein autarkes System aufzubauen.

Flessauer: Was ist mit dem Rückbau von Windkraftanlagen? Was geschieht mit dem ganzen Beton in der Erde? Eurowind Energy: Es gibt klare gesetzliche Rückbauverpflichtungen. Dazu gehört z.B. Bürgschaften zu hinterlegen, die auch im B-Plan-Verfahren aufgelistet werden. Rückfrage: Wie viel landwirtschaftliche Nutzfläche wird für das Projekt gebraucht? Eurowind Energy: Es handelt sich um 0,5 ha landwirtschaftliche Nutzfläche pro Windenergieanlage (WEA) Versiegelung, was in der Summe dann 5 ha insgesamt ausmacht. Rückfrage: Und wie sieht das mit den Wegen zum Windrad aus? Eurowind Energy: Es würden vorhandene landwirtschaftliche Wege genutzt werden. Sollten neue Zufahrten für den Aufbau nötig sein, werden diese auch wieder zurückgebaut. Rückfrage: Wie groß ist denn der ökologische Fußabdruck pro Windrad? Eurowind Energy: Nach einem Jahr hat 1 Windrad so viel Energie erzeugt, dass die für den Bau notwendige Energie bilanziell ausgeglichen ist.

Flessauer/in: Wenn jetzt schon 10 x mehr an Strom erzeugt wird, warum treten Sie nicht in Kontakt mit den anderen Betreibern? Das würde doch Sinn machen. Eurowind Energy: Für das Engery-Center-Projekt mit grüner Wasserstofferzeugung ist die eigene Energieerzeugung erforderlich. Sonst ist es grauer Wasserstoff und im Sinne des Projektes nicht vermarktbar.

Wollenrader/in: 250 Meter hohe Windräder beeinträchtigen das Landschaftsbild und mir stellt sich die Frage: Sind der günstige Strom und die günstige Wärme es wert, die Umgebung wie sie jetzt ist aufzugeben? Osterburg muss den B-Plan entscheiden, nicht die Flessauer. Wieso werden wir nicht befragt wie bei den Straßenreinigungen? Bürgermeister: Es ist im gesamten Prozess eine öffentliche Beteiligung möglich und darum stehen wir hier in einem ersten Auftakt vor einem B-Plan-Verfahren. Ich verstehe dieses Misstrauen nicht. Wir wollen eben nichts übers Knie brechen und gegen den Willen der Bürger umsetzen. Man kann auch eine Bürgerumfrage proaktiv einfordern und nicht negativ gedacht davon ausgehen, die Meinung der Bürger sei nicht gefragt. Nach dieser ersten Informationsveranstaltung heute kann natürlich auch eine Bürgerbefragung stattfinden. Und es ist so, dass der Stadtrat in der Regel den Empfehlungen des jeweiligen Ortschaftsrates folgt.

Osterburger/in: Ich als gewählter Stadtrat werde der Meinung des Ortschaftsrates immer folgen. So wie es der Bürgermeister eben sagte, wird das praktiziert. Ich sage es ganz deutlich: Investoren wollen immer nur Geld verdienen. Bürgermeister: Natürlich ist an ein Investment Verdienst gekoppelt. Profit ist Grundlage jeder Investition. Unsere Aufgabe in der Verwaltung und im Stadtrat ist es, das Bestmögliche für die Region herauszuholen.

Flessauer/in: Ich habe sehr schlechte Erfahrungen mit der Melioration gemacht. Heute stehen Flächen unter Wasser. Wie ist das beim Windradbau mit der Entwässerung? Ich bin Vorsitzender der Jagdgenossenschaft und kenne hier jeden Winkel und auch die Entfernungen der Parks zu den Dörfern. Dass die Flächen jetzt schon verkauft werden ist nicht richtig. Das Pferd wird von hinten aufgezäumt. Bürgermeister: Die Empörung, wenn Investoren sich zuerst mit Grundstückseigentümern unterhalten, ist immer sehr groß. Allerdings ist das die gängige Verfahrensweise, weil verständlich, denn erst nach diesem ersten Vorfühlen ist erst ersichtlich, ob ein Projekt weiterentwickelt werden kann – aus Sicht der Investoren. Es handelt sich dabei um privatrechtliche Aktivitäten, über die wir oft gar nicht an dem Punkt informiert werden, was auch nicht gegen Gesetzte oder Vorschriften verstößt. Es ist so, dass Grundstückseigentümern heutzutage eher 2 oder 3 Angebote von verschiedenen Investoren gleichzeitig vorliegen können.

Natterheider/in: Ich leide unter dem Brummtonphänomen [Erläuterung: Das Brummtonphänomen bezeichnet die subjektive Wahrnehmung tieffrequenter Töne oder Geräusche ohne eindeutig identifizierbare akustische Quelle.] – was nur 2 Prozent der Bevölkerung betrifft. Was also ist mit dem gesundheitlichen Aspekt der Menschen. Fledermäuse, Milane alles wird berücksichtigt und untersucht. Aber was ist mit uns? Eurowind Energy: Emissionsmessungen werden mit der Genehmigungsplanung in alle Richtungen durchgeführt; natürlich auch für Menschen. Schall, Schatten, Discoeffekt – all das ist durch Bundesgesetze festgelegt und muss verpflichtend geprüft werden. Rückfrage: Ja, aber ich habe das jetzt schon. An wen konkret muss ich mich wenden, damit meine Belastung in Entscheidungen eingebunden wird – bevor ich den Klageweg gehen muss? Eurowind Energy: Wir können Ihnen den Klageweg nicht skizzieren. Wenn eine Klage zielführend ist, kann man z.B. einen Rückbau erwirken. Wir verlassen uns bei den Richtwerten auf den Gesetzgeber. Also dass alles Nötige zum Schutz der Menschen und Tiere berücksichtigt ist. Daran halten wir uns natürlich.

Flessauer/in: Wie lange soll mit der Bürgerbefragung gewartet werden? Sowas wäre fair für alle – Befürworter wie Gegner. Ich würde das nicht auf die lange Bank schieben. Man kann die anstehenden Wahlen für einen Entscheid nutzen. Bürgermeister: Ein Bürgerentscheid zu Bauleitplanverfahren ist gesetzlich ausgeschlossen, genauso wie zu Haushaltsangelegenheiten einer Kommune. Eine Bürgerbefragung dagegen ist möglich.

Flessauer/in: Einnahmequellen auftun, das finde ich gut – ein Projekt mit noch mehr Windrädern nicht. Das Lockangebot von EnWiO ist auf 2 Jahre befristet, was kommt danach? Und was ist, wenn bei der Stadtwerkeumfrage herauskommt, dass nicht genug Interesse für Fernwärme da ist? Wir haben hier meist Westwind; genau aus der Richtung wo der neue Park entstehen soll. Auch bei Ostwind, wo schon bebaut ist, haben wir jetzt bereits eine massive Belastung. Diese 150.000 Euro für Flessau sind toll, aber welchen Preis bezahlen wir dafür? Und zu Biogas: Wenn man sich mal genau umguckt – ist doch alles fast nur noch dafür mit Mais bebaut. Meine Befürchtung ist: Wir haben nichts, wenn sich nicht genug für Fernwärme interessieren und dort anschließen. Nichts außer 17 Windräder und das Geld. Stadtwerke/Energiewerke: Wir stehen beim Fernwärmeausbau hier ganz am Anfang und werden in nächster Zeit einen Fragebogen versenden, in dem Interesse für einen Anschluss bekundet werden kann. Wir warten den Rücklauf ab, können auf der Basis eine Machbarkeitsstudie durchführen und dann einen Preis und mögliche Fördermittel berechnen. Das Flessauer Heizwerk wird jetzt noch über Holzhackschnitzel betrieben. Wir könnten über das Energy-Center-Projekt dann aber auch dort erzeugte Wärme einspeisen. Rückfrage: Wir sollten uns nicht von zusätzlichen Einnahmen locken lassen. Und 17 Windräder in Sichtweite, das rechnet sich für mich nicht. Eurowind Energy: Wir haben immer von mindestens 10 Windenergieanlagen gesprochen, damit das Konzept trägt. Und das ist eine Zahl, die sich auf der vorgesehenen Fläche rechnet. Die ins Spiel gebrachten 17 WEA sind Schwarzmalerei. Darüber hinaus: Wenn die WEA kommen und alles andere aus dem Konzept Energy Center nicht realisiert wird, dann sind Verwaltung und Stadtrat sicher auch nochmal ganz anderer Meinung. Es geht uns hier um das Projekt als Gesamtheit. Und auch nur darüber wird gesprochen. Ob dieses heute vorgestellte Angebot angenommen wird, das steht aus. Wir sind hier, ja klar, um Ihnen die Möglichkeiten und Vorzüge aufzuzeigen. Es geht uns um Transparenz, das ist wichtig. Rückfrage: Wenn Sie von mindestens 10 Windrädern sprechen, wo ist dann das Maximum? Eurowind Energy: Wir gehen von dem Minimum aus, das notwendig ist, um das Konstrukt Energy Center zum Laufen zu bringen. Stand heute wissen wir noch gar nicht welche Flächen konkret zur Verfügung stehen. Es gibt verschiedene Auflagen, da fallen theoretisch eingezeichnete WEA auch wieder raus. Wir müssen prüfen, welche WEA sind in Flessau nicht möglich. Bürgermeister: Ja, das Gesamtprojekt steht im Fokus. Wir sollten auch einen Blick auf die Weltpolitik richten: Was kostet Gas in der Zukunft? Ich selbst sehe und höre Windräder an meinem Wohnort. Die Autobahn wird nah daran vorbeigehen. Sie wird noch viel mehr Veränderung und Belastungen bringen, die wir aber wollen – unbedingt – und wegen der Wertschöpfung als Bürger in Kauf nehmen. Der Windpark in Krevese wird von Eurowind betrieben. Es sind sehr verlässliche Partner. Das ist wichtig für uns.

Klein Ballerstedter/in: Ich habe 12 Windräder vor der Haustür. Die Geräuschkulisse ist erheblich. Machen 250 Meter hohe Anlagen nicht noch mehr Lärm? Es leuchtet und blinkt nachts. Es gibt viele Menschen, die darauf empfindlich reagieren. Wir haben hier genug Windräder und produzieren schon so viel. Wir brauchen noch mehr Verschandelung der Landschaft nicht und auch nicht noch mehr gesundheitliche Belastungen. Eurowind Energy: Jeder WEA-Standort wird auf Schallemissionen geprüft – aus allen Windrichtungen. Die Entwicklung schreitet in dem Bereich immens voran. Aktuell wird eine Reduzierung der Schallemissionen erprobt, die sich am lautlosen Flug von Eulen orientiert – wo durch bestimmte Verwirbelung der Luft unter den Flügeln kein Geräusch erzeugt wird.

Gladigauer/in: Ich bin starker und energischer Gegner von Windkraftanlagen. Wir haben genug. Eurowind Energy: Wir wollen ein Konstrukt herstellen, das zur Versorgungssicherheit führt. Wenn wir einen Elektrolyseur betreiben wollen, müssen wir sicherstellen, dass dieser läuft und dafür sind mindestens 10 WEA notwendig.

Anrainer/in: Es gibt in Uppsala einen Professor, der Untersuchungen zu Überschallwellen macht. Gerade für große Anlagen empfiehlt er z.B. einen viel größen Abstand zur Wohnbebauung aufgrund größerer Belastungen. Eurowind Energy: Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben, das ist unser Rahmen.

Flessauer/in: Es kursieren immer wieder andere Zahlen: Mal sind es 10, dann 14 und auch 17 Windräder. Es gibt eine Karte mit der Verteilung der Windräder. Was stimmt denn nun? Und gibt es schon Schallemissionswerte, wenn die Standorte schon theoretisch feststehen? Ganz konkret für mein Haus? Eurowind Energy: Wir sprechen von mindestens 10 Windenergieanlagen. Wenn wir die Standorte ganz konkret jetzt schon wüssten, dann bräuchten wir nicht mit 100 Landeigentümern in Verhandlungen treten. Für jeden Standhort muss ein Schallschutzgutachten gemacht werden, die sind auch öffentlich dann einsehbar.

Flessauer/in: Ich bin direkt betroffen. Ich habe hier einen Plan aus der Landeigentümerversammlung mit Datum 12.02.2026 und da sind alle Windenergieanlagen-Standorte aufgeführt. Das sind 17 und ich kann zählen. Eurowind Energy: Wir sprechen von mindestens 10 WEA und kennen noch keinen einzigen Standort fix, weil wir noch nicht wissen was wo genau genehmigt werden kann. Diese 1. Karte zeigt was theoretisch wo möglich wäre. Inzwischen haben wir Wald rausgerechnet oder auch das Rotmilan-Gebiet. Diese 1. Karte ist Theorie. Und wir brauchen mindestens 10 WEA für das Energy Center. Rückfrage: Ich sehe vor allem gesundheitliche Aspekte durch Ewigkeitschemikalien z.B. Der Abrieb der Rotoren geht ins Grundwasser. Schall, Luft, Sicht, Wasser – alles wird belastet. Eurowind Energy: Das ist wie beim Autobahnbau. Der Abrieb von Autoreifen wird nachrangig eingestuft. Bürgermeister: Wir haben ganz andere Umweltbelastungen, wenn man den Vergleich jetzt anbringen will. Eurowind Energy: Ich möchte, dass Sie dieses Projekt als Angebot und Chance verstehen für ein Wachstum der Wirtschaft und z.B. auch Ansiedlung anderer Unternehmen, die grüne Energie beziehen wollen.

Flessauer/in: Was ist eigentlich mit den Wertverlusten der Grundstücke? Menschen werden unseren Ort deswegen verlassen. Bürgermeister: Schauen Sie nach Krevese. Dort sind WEA keine Abschreckung, im Gegenteil. 5 neue Familien haben sich dort in Eigenheimen angesiedelt.

Flessauer/in: Wenn der Bauausschuss damals öffentlich war als das Projekt zum ersten Mal besprochen wurde, hätte ich erwartet, als Betroffene direkt informiert zu werden. Außerdem finde ich den vor zwei Tagen erschienen Volksstimme-Artikel, den Eurowind in Auftrag gegeben hat, sehr verstörend. Und was wäre ein Grund, die Windräder auszuschließen bei dem ganzen Konstrukt? Bürgermeister: Es gibt viele Ideen und Projektvorstellungen von extern, die dann wieder zerplatzen. Es ist ein falscher Vorwurf, dass wir jetzt zu spät zu Ihnen als direkt Betroffene kommen und eine Informationsveranstaltung durchführen noch vor den Beratungen in Ausschüssen und im Stadtrat. Eurowind Energy: Die Förderung Erneuerbarer Energien ist politisch und gesellschaftlich gewollt. Zurzeit wird über einen Rückbau der Förderung diskutiert. Solarenergie ist eine günstige Form der Stromerzeugung, ist aber begrenzt durch die starke Abhängigkeit von Sonnenstrahlung. Wind kommt direkt nach Solar.

Storbecker/in: Es gibt auch negative Aspekte der Fernwärme. Man kann mit demselben finanziellen Aufwand bessere Alternativen finden. Das vorgestellte Projekt ist nicht das Allheilmittel. Ich als selbstständiger Heizungsbauer bin über die Innung und Kreishandwerkerschaft da in ständigem Austausch. Frage: Gibt es einen Punkt, an dem sich das alles nicht rechnet? Wenn die Windräder stillstehen oder die erzeugte Energie nicht speicherbar ist. Wie ist das in Absprache mit den anderen Betreibern ringsherum? Bei Ihnen: Wenn Sie Überschuss produzieren, dann muss das ins Netz und wenn das nicht geht, müssen die Windräder abgeschaltet werden. Bürgermeister: Das Fernwärmenetz soll ja in diesem Zuge genau deswegen auch mit ausgebaut werden. Die Stadtwerke/Energiewerke kommen dem Bedarf jetzt schon nicht hinterher. Es gibt mehr Anfragen nach Anschlussmöglichkeiten ans Fernwärmenetz als aktuell umgesetzt werden kann. Eurowind Energy: Die Netzbetreiber hinken im Ausbauprozess 10 bis 15 Jahre hinterher. Wir sind zuversichtlich, dass die Probleme der Netzeinspeisung nach und nach gelöst werden. Rückfrage: Gab es Gespräche mit anderen Windanlagenbetreibern? Und was ist mit dem Sicherheitskonzept, Brandschutz? Hat so eine große Anlage, wie Sie es planen, dann genug Löschwasser? Oder wie ist das wenn Chemikalienunfälle passieren? Eurowind Energy: Natürlich müssen wir uns auch um Sicherheitsvorkehrungen in der Anlage kümmern, das ist Teil des Planverfahrens.

Der Bürgermeister beendet die Informationsveranstaltung um 21:45 Uhr mit dem Schlusswort: "Ich rege eindrücklich eine weitere Beteiligung in dem Prozess an. Für mich war das ein intensiver und guter Austausch mit Ihnen. Danke dafür und das war nicht die letzte Runde."

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